Events: 17. OpaccUserGroup 2006, balthasar+co, Hochdorf
balthasar+co
Lavendelweg 2
6280 Hochdorf LU

17. OpaccUserGroup 2006, balthasar+co, Hochdorf

Donnerstag, 22. - Donnerstag, 22. Juni 2006, 16:30 - 00:00 Uhrbalthasar+co, Hochdorf

Mit Antworten auf Markt- und Struktur-Änderungen reagieren, lang beschrittene und traditionelle Wege verlassen, neue Kooperationen - auch mit Mitbewerbern - eingehen, aktiv Zeichen für die Branche setzen, das Unternehmen als sich wandelnden lebendigen Organismus verstehen. Das konnte wieder einmal mehr an einem Anlass der Opacc UserGroup am Beispiel der Firma Balthasar+Co in Hochdorf eindrücklich miterfahren werden. Ein Engagement wohl marktgerichtet und trotzdem sozialverträglich abgefedert. Indirekt wurde dabei auch ersichtlich, wie IT-Lösungen einen solchen Wandel begünstigen oder auch blockieren können. So hat sich Balthasar+Co im 2001 für die Software-Familie OpaccOne entschieden und schreitet den Weg weiter, den Weg hin vom Produzenten zum kompetenten Dienstleister, zum Partner und Sourcer von Filial- und Einzelhandel.

Cris Wouters, Projektleiter und Partner bei Opacc, hiess über 50 Firmen-Vertreterinnen und Vertreter willkommen und orientierte kurz über das Programm des Nachmittags:

  • Vorstellung des Unternehmens Balthasar+Co.
  • Firmen-Rundgang Produktion und Logistik
  • OpaccOne bei Balthasar+Co
  • Die wichtigsten Neuerungen zu OpaccOne V12

Alois Müller, Geschäftsführer von Balthasar+Co, hiess die Gäste willkommen und präsentierte das Unternehmen von den Anfängen bis zur heutigen Zeit. Balthasar+Co wurde 1938 durch Theo Balthasar gegründet. Das Unternehmen, heute unter der Leitung von Dr. Louis Balthasar, hatte immer die Rechtsform der Kommanditgesellschaft. Begonnen wurde mit chemisch-technischen und kosmetischen Produkten. 1948 wurde aufgrund einer Anfrage von Gottfried Duttweiler die Kerzenproduktion aufgenommen. Während längerer Zeit bildeten Kerzenfabrikation und Drogeriegrosshandel die beiden Standbeine. Mit der Übernahme der Mislin AG wurde die Stellung im Grosshandel ausgeweitet.

Und doch zeigten sich mit den Jahren vermehrt die Folgen der

  • Konzentration im Detailhandel
  • Fusionen bei den Kerzenproduzenten
  • Industrialisierung der Länder des ehemaligen Ostblockes
  • Öffnung von China als Produzentenland

Da einseitig zu stark auf die Produktion ausgelegt, kämpfte Balthasar+Co mit zunehmenden Rendite-Problemen.

  • Dies führte 1997 zu einer völligen Neuorientierung:
  • Wahrung der Unabhängigkeit durch Eingehen gezielter Allianzen, Partnerschaften und Kooperationen
  • Ziel Marktführerschaft für Kerzen in der Schweiz
  • Teilauslagerungen der Eigenproduktion verbunden mit der Integration des eigenen Qualitäts-Systems
  • Eigenes Standbein in China
  • Wandel vom Produktionsbetrieb zum Dienstleistungsunternehmen

Als Dienstleister setzt Balthasar+Co heute auf Customizing. Das heisst, im Zentrum der Betrachtung sind Waren und Dienstleistung. Aus den breiten und tiefen Sortimenten werden dem Filial- und Einzelhandel bedürfnis- und kanalbezogene Subsortimente verbunden mit einer entsprechenden Dienstleistungspalette angeboten. Das bedingt die Handhabung einer Vielzahl verschiedenster Details und Wünsche verbunden mit unterschiedlichen Abläufen. Je nach Rohstoffsituation gilt es zusätzlich stark erodierende Margen zu berücksichtigen.

Nach dieser Präsentation erfolgte in 4 Gruppen ein Rundgang durch die Produktion und den ganzen Logistikbereich. Die verschiedenen Bauten und das ganze Areal zeugen immer noch von der grösseren Produktions-Vergangenheit. Nach wie vor werden in Hochdorf Kerzen gepresst und gezogen. Das Arbeitsintensive Giessen und die Produktion veredelter Kerzen sind ausgelagert. Zwei wichtige Fabriken (Jointventures) befinden sich in Tschechien und eine in Polen.

Der grösste Teil der in der Schweiz verkauften Kerzen besteht aus Paraffin, einem Nebenprodukt bei der Benzinherstellung. Transport und Lagerung erfolgen heute in flüssiger Form bei 60°C. Dadurch wird für dessen Weiterverarbeitung nur noch 10% der sonst früher notwendigen Energie benötigt. Für das Pressen von Kerzen wird Paraffin in Pulverform umgewandelt. Beim Ziehen von Kerzen durchläuft ein Endlosstrang immer wieder ein Wachsbad, sodass mit jedem Durchgang der Strang Schicht für Schicht, bis zum gewünschten Mass, dicker wird.

Die Lagerung der Einzel-Artikel erfolgt bei den Pickplätzen und zur Hauptsache auf Paletten in verschiedenen Lagern. Die Lagerführung ist chaotisch und basiert auf der OpaccOne Objekt-Verwaltung. Beim Wareneingang unterbreitet das System Lagerplatzvorschläge (mit erster Priorität Pickplatz). Nach Bestätigung oder Änderung des Vorschlages erfolgt der Ausdruck der Einlagerungs-Papiere und der SSCC-(Palett-)Etiketten sowie die provisorische Lagereinbuchung. Sie wird erst definitiv nach Erfassung der Einlagerungsbestätigung durch den Lageristen.

Die Kommissionierung erfolgt auf der Basis von Rüstscheinen. Letztere wiederum bilden die Basis für den Checkout. Das heisst Kontrolle der gerüsteten Ware, Erfassen von Gebinden/Collis und eventuellen Mengenabweichungen, sofern nicht vorgegeben, Bestimmung des Versandweges. Mit der Erstellung des Lieferscheines werden auch die notwendigen SSCC-Gebinde-/Palett-Etiketten gedruckt. Nach dem Checkout aller Sendungen erfolgt der Ausdruck der Sammelpapiere für die Übernahme der Ware durch den Transporteur, und die Verbuchung des Lieferscheines wird definitiv.

Ein wichtiges Thema ist die interne Warenverschiebung, resp. der Warennachschub für die Pickplätze. Hier sind je Artikel Mindest- und Maximalmenge für den Pickplatz definiert. Frühmorgens erfolgt in OpaccOne ein Auswertungslauf für die "nachzuschiebende Menge". Erst wenn der Nachschub vorgenommen und gebucht ist, kann mit dem Picken/Rüsten begonnen werden.

Zahlen und Fakten

Mitarbeitende: 100 ca. 80 Stellenprozente) und 4 Lehrlinge
Umsatz: CHF 40 Mio.
Hauptabsatzmärkte: Schweiz, Deutschland, EU
Artikel: 16'000  (davon 9'000 aktiv)
Adressen:
3'000 Kunden,  180 Lieferanten
Aufgelaufene Dokumente : 350'000 Verkauf, 45'000 Einkauf (seit seit Mitte 2003)
Lagerplätze: 16'000

Die Logistik-Abläufe konnten während des Rundganges nur beispielhaft beschrieben werden. So orientierte Martin Jost, Leiter IT bei Balthasar, nach dem Rundgang ergänzend über den Einsatz von EDI mit den Grosskunden des Filial-Einzelhandels. Demnächst erfolgt bei zwei wichtigen Grossabnehmern auch das E-Invoicing. Da ist doch auch zu beachten, dass dies anstelle einer physischen Sammelrechnung jetzt einzelne Filial-Rechnungen bedeutet.

Was ist neu bei der jetzt freigegebenen Version 12 von OpaccOne? Darüber orientierte Rolf B. Künzi, Product-Manager und Partner bei Opacc mit ganz konkreten Beispielen. Die wichtigsten Neuerungen: - Neugestaltung und Erweiterung des Explorers - Charts im MIS - Auftragsüberwachung für den Einkauf - Exchange Integration für Aufgaben und Termine - Frei definierbare Tabellenfunktionen bei freien Feldern - OpaccOne Studio für alle Einstellungen des Business Servers und die zentrale Administration - Verbesserung der Performance

Im Namen aller Teilnehmer und auch im Namen von Opacc dankte Cris Wouters der Gastgeberin Balthasar+Co für den Einblick in das Firmengeschehen und den erkenntnisreichen Nachmittag. Jedermann/Jedefrau erhielt ein "Bhaltis" bestehend aus verschiedenen Produkten des Sortimentes. Es folgte ein gemeinsames Nachtessen mit weiterem Gedankenaustausch.

Ziel der Opacc UserGroup Anlässe ist der präxisbezogene Informations- und Erfahrungs-Austausch. Von Opacc Kunden für Opacc Kunden. Berichten auch Sie bei einer nächsten Zusammenkunft (jeweils Juni oder November) über Ihre Installation und deren Besonderheiten. Oder führen Sie gleich einen Anlass in Ihrem Unternehmen durch. Wir unterstützen Sie dabei. Ihre Interessens-Bekundung nimmt Cris Wouters gerne entgegen.

Die Nächste Veranstaltung der Opacc UserGroup erfolgt im November 2006.