Franziska Hofmeier - Interview zum Abschluss der Berufszeit

Seit dem 1. Oktober 1995 gehört Franziska Hofmeier zum Opacc Team. Erst als Projektleiterin, dann als Applikationssupporterin und zu guter Letzt als Softwaretesterin leistete Franziska über 25 Jahre lang von Deutschland aus ihren Beitrag zum Tagesgeschäft. Nun gönnen wir Franziska ihre wohlverdiente Pension. Zum Abschluss hat sie uns einige Erinnerungen mitgegeben.

Franziska Hofmeier & Beat Bussmann

Wie geht es Dir - wie fühlst Du dich - realisierst Du es schon?

Es ist eine Mischung aus Wehmut und Vorfreude auf einen neuen Lebensabschnitt. Ich kann es mir noch nicht so recht vorstellen, wie es sein wird, nie wieder regulär berufstätig zu sein. Da ich sehr gerne gearbeitet habe, bin ich gespannt. Allerdings hat ja "jedes Ding" im Leben hat seine Zeit und ich spüre, dass es für mich richtig ist, jetzt aufzuhören bei der Opacc zu arbeiten. Meine grauen Zellen muss ich natürlich versuchen anderweitig fit zu halten, das war bei der Arbeit bei der Opacc natürlich immer "eingepreist".

Wann hast Du bei Opacc gestartet und an was magst Du dich noch erinnern von diesem Tag?

Ich habe am 1.10.1995 bei Opacc Deutschland als Projektleiterin gestartet. Meine erste Aufgabe sollte die Einführung von insyde bei Friedrich W. Beck, einem graphischen Systemhaus in Lübeck sein. Ausgerechnet Lübeck. Meine Tochter war zu dieser Zeit gerade 8 Monate alt geworden und ich hätte mir natürlich ein Projekt vor Ort gewünscht. Anderseits war ich sehr froh, dass ich überhaupt die Möglichkeit hatte, bei der Opacc Deutschland GmbH als insyde-Projektleiterin weiter zu arbeiten, nachdem der deutsche Kooperationspartner der Opacc Software AG, bei dem ich bereits einige insyde Projekte erfolgreich umgesetzt hatte, mitten in meiner Mutterschutzzeit insolvent gegangen war. Es war ein Sprung ins kalte Wasser, denn ich wusste nicht, ob ich meine Arbeit, meine Reisezeit, die Reisezeit meines Mannes und die Betreuung unserer kleinen Tochter zusammenbringen würde. Aber es hat immer irgendwie funktioniert, auch wenn es manchmal schwierig war.

Was waren Deine Aufgaben dazumal und heute bei Opacc?

Von 1995 bis 2002 habe ich als Projektleiterin Neuprojekte in Deutschland umgesetzt. Die Mehrheit meiner Kunden waren grafische Systemhäuser für Druck- und Medientechnik und / oder Anbieter von Druckmaschinen-Service. Diese Kunden wurden von mir auch nach der Einführung weiter betreut, dazu kamen weitere deutsche Kunden aus anderen Branchen, die als ich Bestandskundenbetreuerin übernahm. Ab 2004 übernahm ich zusätzlich das Erstellen der Hilfetexte für die F1-Hilfefunktion von OpaccOne bzw. OpaccERP und realisierte Teilprojekte für verschiedene Schweizer Kunden.

2015 wechselte ich in den Support und seit 2020 arbeite ich hauptsächlich für das QM-Team als Softwaretesterin und erstelle nach wie vor die Texte für die Online-Hilfe.

Was waren aus Deiner Sicht die grössten Veränderungen während dieser Zeit?

  • Umstellung auf die grafische Oberfläche
  • Umstellung auf SQL-Datenbank
  • Datenaustauch (EDI, Office Integration)
  • Fibu Online-Integration
  • Warehouse

Welches waren deine Höhepunkte während diesen 32 Jahren?

Die erfolgreiche Einführung meines ersten Projekts bei Friedrich W. Beck in Lübeck. Die Einführung der neuen Software wurde dort durch die Geschäftsleitung massiv unterstützt, die Mitarbeiter aus den Fachabteilungen wurden entsprechend eingebunden, alle Daten wurden vom Kunden zum vereinbarten Zeitpunkt bereitgestellt, die Schulungen wie geplant durchgeführt und der Projektabschluss mit der gesamten Belegschaft mit einem Umtrunk und einer Ansprache des Inhabers gefeiert. Das habe ich in dieser Form nie wieder erlebt. Eine Einführung wie aus dem Lehrbuch.

Ein weiterer Höhepunkt war die Betreuung der Session Basel über vier Jahre, wo ich in einer sehr angenehmen Atmosphäre Projekte zum Ticketing umsetzen und das ein oder andere Konzert geniessen durfte.

Einen sehr schönen Abschluss meiner Tätigkeit erlebe ich im QM, wo ich mich sehr gut in das Team eingebunden fühle.

Insgesamt hat es mir sehr entsprochen, dass durch die ständige Weiterentwicklung des Produktes es immer wieder Neues zu lernen gab.

Gibt es auch Negatives, das Du erlebt hast und in Erinnerung geblieben sind?

Ja, natürlich gab es auch negatives. Projekteinführungen bei denen nicht alles rund lief und viele Vorbehalte der Geschäftsleitung Mitarbeiter gegenüber der neuen Software zu überwinden waren.

Für mich persönlich war der Wechsel in den Support eine grosse Umstellung, da er nicht ganz freiwillig erfolgte. Ich wurde dort aber vom gesamten Team sehr freundlich aufgenommen und konnte mich gut einleben.

Was wirst Du vermissen an der Opacc?

Da für mich mit der Pensionierung ein Kapitel meines Lebens abgeschlossen ist, glaube ich nicht, dass ich etwas vermissen werde. Ich werde aber gerne an die Zeit zurückdenken, an die Vorgesetzten und KollegInnen, die mich mit Rat und Tat in guten und ich schwierigen Zeiten unterstützt haben.

Hast Du dich im Vorfeld mit der Pensionierung auseinandergesetzt, bist Du vorbereitet?

Ja, ich bin vorbereitet. Ich habe mich entschieden, 11 Monate vor dem Erreichen der regulären Altersgrenze auszuscheiden, um mehr Zeit für meine ehrenamtlichen Tätigkeiten zu haben, von denen ich ja auch nicht weiss, wie lange sie auszuüben, ich in der Lage sein werde.

Hast Du schon konkrete Pläne in der Teil-Pension?

Ja, ich werde mehr Zeit für meine ehrenamtlich Tätigkeit im Hospiz-Team Nürnberg einsetzen. Ich habe mich 2016 zur Hospizbegleiterin und 2020 zur Trauerbegleiterin ausbilden lassen und berate zu Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten. Im Schuljahr 2022/2023 werde ich einen oder zwei Nachmittage als Lerntherapeutin für Schüler mit Lese-/Rechtschreibschwäche oder ADHS arbeiten. Ich werde mein mehr an Freizeit geniessen und sicher mit meinem Mann die eine oder andere längere Reise machen und vielleicht irgendwann EnkelInnen hüten.